1. Jahr:

Einführung in ausgewählte philosophische und historische Aspekte der Kunsttheorie, Kennenlernen grundlegender therapeutischer Verfahren, Erarbeitung therapeutischer Beziehungen mit bildnerisch- gestalterischen Medien. Dabei geht es selbsterfahrungsorientiert um die Aneignung einer therapeutischen Grundhaltung im Umgang mit einer Gruppe oder mit Einzelnen. Deren Umsetzung in bildnerisches Material als individuelles und exemplarisches Geschehen soll erfahren werden.

Beginn des künstlerischen Tagebuches.

Beginn der Kleingruppenarbeit (Hier geht es um Selbsterfahrung in familienähnlichen Gruppenstrukturen, die Erarbeitung kleingruppenspezifischer Arbeitsschwerpunkte, die Nachbereitung der Seminare, den Austausch über Fachliteratur und um die Erprobung unterschiedlichster künstlerischer Ausdrucksweisen und Techniken.)

Für die Teilnehmer, die das Zertifikat anstreben:

Beginn der lehrtherapeutischen Einzelarbeit.


2. Jahr:

Intensive Fortsetzung der Selbsterfahrungsarbeit mit kreativen Medien.

Kunsttherapeutische Verfahren des ersten Jahres werden in ihrer diagnostischen und therapeutischen Dimension zu den Biografien der TeilnehmerInnen in Beziehung gesetzt.

Beginn der Einübung der Therapeuten /Klienten – Interaktion.

Spezielle Methoden der kunsttherapeutischen Arbeit mit verschiedenen Personengruppen (z.B. Kinder/Jugendliche/Senioren) sowie bzgl. unterschiedlicher Krankheitsbilder (Psychopathologie) werden exemplarisch vorgestellt. Dieser Ausbildungsanteil ist u.a. zur Vorbereitung auf die amtliche Prüfung nach dem HPG nutzbar.


3./4. Jahr:

Kunsttherapeutische Verfahren (wie inhaltlich orientierte Bildanalyse, problemorientierte Initiierung und Analyse von Bildern, erinnerndes und assoziatives Zeichnen, Malen und Gestalten, künstlerische Verfahren in Gruppenprozessen) werden simulativ eingeübt.

Testverfahren(z.B. Wartegg – Zeichentest) werden von erfahrenen Kunsttherapeuten bzw. Psychiatern erläutert. Neben der Psychoanalyse werden auch andere Therapieformen (z.B. Psychodrama, Körperpsychotherapie, Systemische Familientherapie und Tanztherapie) sowie deren theoretische Grundlagen in ihrer Beziehung zur Kunsttherapie vorgestellt und Möglichkeiten ihres Zusammenwirkens aufgezeigt.

Für die Teilnehmer, die das Zertifikat anstreben:

Praktikum mit angeleiteter kunsttherapeutischer Intervention und Supervision. (Selbständige Wahl des Praktikumsplatzes durch die TeilnehmerInnen im Hinblick auf ihre künftige berufliche Entwicklung.)

Darstellung der supervidierten praktischen Tätigkeit in einer Abschlussarbeit, die Schlüsse über die Fähigkeit der AbsolventInnen zulässt, kunsttherapeutische Methoden anzuwenden. Schwerpunkte sind: Setting, Diagnostik, therapeutischer Prozess mit kunsttherapeutischen Interventionen und reflexive Legitimierung des Vorgehens an einem Fallbeispiel unter Bezugnahme auf Fachliteratur (max. 20 Textseiten).

Graduierung durch erfolgreiche Präsentation der Fachkompetenz, der persönlichen Eignung und der Entwicklung der AbsolventInnen während der vier Weiterbildungsjahre im Rahmen eines Abschlusskolloquiums.

Da es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung handelt, ist ein intensives Selbststudium der Fachliteratur und die Fortführung der eigenen künstlerischen Tätigkeit unbedingt notwendig.

Wir empfehlen und erwarten die Teilnahme an kunsttherapeutischen Fachtagungen und Kongressen.

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